Wie man mit dem iPhone und der Canon 60D einen grossen Dokfilm macht

Posted on 01/12/2012

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Wer eine Dokumentarfilm machen will, braucht nicht viel Geld. Es reicht ein iPhone G3. Dazu eine Spiegelreflexkamera Canon 60D mit Videofunktion. Und für den Ton ein Zoom H4n Aufnahmegerät. Mit dieser Ausrüstung drehte Stephan Knüsel zusammen mit seinem Bruder Jan negative:nothing.

Die Brüder begleiteten 2011 den Schweizer Thomas Köhler, der nach der Tsunami-Katastrophe Japan zu Fuss durchquerte. Der Japan-Liebhaber Köhler wollte damit seine Unterstützung für die Japaner zeigen. Für die Filmemacher war eine leichte Ausrüstung entscheidend, sagt Stephan Knüsel: «Die Ausrüstung für unseren Film musste aus praktischen Gründen klein und leicht sein. Mein Bruder und ich hatten je einen kleinen Rucksack dabei und da musste alles reinpassen.»

In den beiden Rucksäcken untergebracht waren neben Kamera, iPhone und Zoom:

  • 1 Sony Wireless Ansteckmikrofon
  • 2 batteriebetriebene LED-Lichter von Bescor
  • GorillaPods für Licht und Kamera
  • jede Menge Batterien und SD-Karten
  • 16-35mm und 24-70mm Zoom Objektive für die Canon

Ich besuchte eine Vorpremiere des 78-minütigen Films im grossen Saal des Zürcher Kinos Abaton. Es war für mich faszinierend, eine Lowbudget-Produktion, deren Produktionsmaterial in zwei Rucksäcken Platz fand, auf der Grossleinwand zu sehen.

Der Film ist kein Hochglanzprodukt, Kameraführung und Licht sind zweckdienlich und ungekünstelt. Aber gerade das ist reizvoll und gibt dem Film eine unverfälschte Anmutung. Die Mischung von Canon-, iPod-, Archivmaterial und Fotos ist gelungen. Stephan Knüsel verschweigt nicht, dass in der Postproduktion viel Zeit für die Anpassung der Tonspur und die Nachbearbeitung des Bildmaterials aufgewendet wurde. Erwähnenswert ist der wunderbare Soundtrack von Yukio Elien Lanz und Tim & Puma Mimi.

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